KUNST


Kunst Für Generationengerechtigkeit

Generation für Generation werden Technik, Wissen und vieles mehr weitergegeben. Wir sind derzeit an einem Punkt, an dem unsere Macht in die Zukunft zu wirken eine größere Zeitspanne umfasst, als unsere Vergangenheit als Spezies Mensch. So wirkt Atommüll noch mehrere hunderttausend Jahre nach, während Menschen erst seit 10.000 Jahren ihre Geschichte aufschreiben.

In diesem Kontext ist der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Mächten sehr wichtig. Es geht darum, Kosten und Nutzen abzuwägen und nicht kurzfristige Vorteile für weitreichende Nachteile in Kauf zu nehmen.

Hier setzt mein Kunstwerk an. Jeder Form von Gerechtigkeit und somit auch von Generationengerechtigkeit liegt ein Prinzip von Gleichheit zu Grunde. Um dies zu visualisieren sind die vier äußeren Elemente der Skulptur in gleicher Form gestaltet. Diese vier Bauteile symbolisieren die ineinander greifenden Generationen. Zwischen den Generationen gibt es Verzahnungen untereinander – temporär und inhaltlich. Scharfe Abgrenzungen einer Generation zur anderen sind je nach Begriffsdefinition schwer möglich. Jede Generation hat Auswirkungen auf die nächste. Jede schafft etwas neues, aber übernimmt auch etwas aus der vorhergehenden – wie etwa eine Prägung. Schließlich erzieht eine Generation die andere.

Das „Element“ Generation wird hier in drei Bestandteilen gedacht:

1. Einflüsse vorhergehender Generationen 

2. Zeitgeist/Basis 

3. Zukunftsfootprint

Grundstruktur der Generation ist die Basis, die sozusagen die natürliche Reaktion auf die äußeren Einflüsse und Gegebenheiten darstellt. Die Basis ist aus diesem Grund analog zum Mittelelement der Skulptur gestaltet. Das Mittelement steht für die äußeren Einflüsse und Gegebenheiten selbst, die auf jede Generation wirken, wie z.B. Lebensraum, Geschichte usw.. Aber auch die Generation hat einen Einfluss auf das Mittelelement – hier gedacht mit dem Begriff Generationenübergriff.

Besonders interessant im Kontext der Generationengerechtigkeit sind die Einflüsse vorhergehender Generationen auf die jetzige. Sämtliche Rahmenbedingungen, auf die durch eine Generation eingewirkt wurde, sind als solche Einflüsse zu verstehen. Die Generationengerechtigkeit ist hier ein wichtiger Wertmaßstab um nachfolgenden Generationen die gleichen Handlungsfreiräume zu überlassen und nicht vor unlösbare Aufgaben zu stellen. Es ist also nicht nur die Frage zu beantworten welchen temporären Vorteil Entscheidungen mit sich bringen, sondern auch, welche Auswirkungen langfristig zu erwarten sind. Diese Entscheidungen, Handlungen usw. wirken dann als Zukunftsfootprint wieder in die nächste Generation.

So entsteht automatisch eine Verzahnung der Generationen untereinander. In der Skulptur ist dies erkennbar durch die vier ineinanderpassenden Elemente. Die Zahl vier schafft einen Bezug zur Entwicklung des einzelnen Menschen selbst, der ja die kleinste Einheit einer Generation bildet und es somit Menschen sind, die Entscheidungen treffen und nicht die Generation. Embryogenese, Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter sind die vier Entwicklungsphasen des Menschen. Hier wird noch einmal die Wichtigkeit des Begriffs Gerechtigkeit sehr deutlich, denn an dem Verzahnungspunkt treffen metaphorisch gesprochen Erwachsenenalter der einen und Embryogenese der anderen Generation aufeinander. Zur Herstellung einer „Gleichheit“ bedarf es an dieser Stelle eines hohen Maßes an Verantwortungsgefühl des Erwachsenenalters – sprich der dominierenden Generation.

Als Material für das ca. 2,25 m hohe Kunstwerk ist CORTEN-Stahl vorgesehen, der sowohl thematisch als auch im Hinblick auf die geforderte Widerstandsfähigkeit ideal ist.


KUNST FÜR GENERATIONENGERECHTIGKEIT